In der Woche vom 18.03. – 22.03.2019 gab es von Montag bis Freitag für Klassen ab der 8. Jahrgangsstufe die Möglichkeit, die Ausstellung „ZERO!“ zu besuchen. Am Mittwoch war die Ausstellung von 17.00 bis 20.00 Uhr für die Öffentlichkeit geöffnet.

Die Ausstellung war mit drei verschiedenen Stationen im Kreishaus in Bad Segeberg aufgebaut worden und informierte die Besucher über die möglichen Auswirkungen des Alkoholkonsums der Mutter während der Schwangerschaft, zum Beispiel darüber, welche lebenslangen und unheilbaren Folgen dieser für das Ungeborene haben kann.

Alle Formen vorgeburtlicher Schädigungen durch Alkoholkonsum in der Schwangerschaft werden als FASD=Fetale Alkohol-Spektrum-Störungen bezeichnet.

Es gibt verschieden stark ausgeprägte Stufen von FASD, die nicht unbedingt mit der Menge des Alkohols zu tun haben. Die Schnelligkeit des Abbauens ist bei jedem Menschen individuell. Das Kind aber trinkt immer mit! Sofort hat es den gleichen Promillewert wie die Mutter.

Das Kind braucht 10 mal länger als die Mutter, um den Alkohol abzubauen! Die Mutter braucht für 0,8 Promille circa 8 Stunden und somit braucht das Kind circa 80 Stunden! Das sind mehr als drei Tage!

Stündlich kommt in Deutschland ein Kind mit dem ausgeprägten FASD zur Welt! Ein Kind, das sich auch äußerlich von anderen Kindern unterscheidet.

Zum Beispiel ist der Ohrenansatz dieser Kinder zu tief oder der Nasenrücken ist verkürzt. Häufig fehlt Kindern mit FASD die Rinne zwischen Nase und Oberlippe. Und es gibt noch viele andere äußere Unterschiede, doch am schlimmsten für die Kinder oder auch später die Erwachsenen ist das, was man von außen nicht sieht.

So vergessen sie zum Beispiel viele Dinge, die andere als ganz normal erachten, und müssen deshalb täglich mühsam Erlerntes neu üben. Das Gehirn ist lebenslang geschädigt. Das geringe Distanzgefühl und die Wut und die Aggressionen führen dazu, dass von FASD Betroffene häufig keine oder nur wenige Freunde haben.

Im Fachvortrag kamen erwachsene Betroffene in einem kleinen Film zu Wort. Beindruckend fand ich die Aussage einer Frau, dass sie sich wünschen würde, dass andere merken würden, dass sie auch etwas zu geben hat.

Fälschlicherweise werden viele FASD Kinder als Kinder mit ADS oder ADHS diagnostiziert. Für Erwachsene gibt es in ganz Deutschland nur drei Kliniken, in denen das Krankheitsbild diagnostiziert werden kann. Für Kinder gibt es in jedem Bundesland mehrere Kliniken. Die Wartezeiten betragen teilweise sechs Monate, bis die Kinder einen Termin bekommen.

Vielen ist es im Erwachsenenalter nicht möglich, selbständig und ohne Unterstützung zu leben, weil sie auch keine Struktur halten können.

Und um den Kindern/Erwachsenen die Chance auf ein eigenständiges und gesundes Leben nicht zu nehmen, sollten Schwangere keinen Alkohol trinken!

FASD ist zu 100% vermeidbar! Viele Schwangere wissen nur nicht, dass jeder kleine Schluck ein großes Risiko bereit hält. Und es sind laut Studien hauptsächlich Schwangere aus höheren Gesellschaftsschichten, die dann vielleicht mit einem Sekt auf die Schwangerschaft anstoßen oder auf die Nachricht, dass das Kind gesund ist.

Das Gehirn des Kindes ist zu JEDEM Zeitpunkt der Schwangerschaft gefährdet!

Helft und klärt über FASD auf! Jedes Kind hat das Recht auf ein Leben ohne diese lebenslangen und massiven Einschränkungen!

weitere Informationen unter:

http://wenn-schwanger-dann-zero.de/

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