Das Ende des Wasserkochers in der Cafeteria

Für mich gab es den Wasserkocher schon immer. Ich bin mittlerweile in der Q1 und der Wasserkocher stand schon in der Cafeteria, da war ich gerade einmal in der fünften Klasse. Für mich klang es immer logisch, dass den Schüler*innen in der Cafeteria auch die Möglichkeit geboten wird, Wasser zu erhitzen. Dies wurde vor allem für das Erwärmen von sogenannten „5-Minuten-Terrinen“ genutzt, was den Schüler*innen die Möglichkeit gab, sehr günstig ein warmes Mittagessen ihrer Wahl einzunehmen. Dass solche Fertigprodukte dabei natürlich nicht gesund sind, das dürfte jedem bewusst sein, der sich mit seiner Ernährung auseinandersetzt. Nun hat die OGS bekanntgegeben, dass der Wasserkocher den Schüler*innen in Zukunft nicht mehr zur Verfügung stehe, da das Erwärmen von „5-Minuten-Terrinen“ nicht länger mit ihrer Vorstellung von gesundem Essen vereinbar sei. Ich sage: Nehmt den Schülern bitte nicht ihre Selbstständigkeit.

Darüber, dass „5-Minuten-Terrinen“ nicht gesund sind, lässt sich nicht streiten. Auch nicht darüber, dass man sie möglichst nicht täglich zu sich nehmen sollte. Ich denke, den Schüler*innen den Wasserkocher zu nehmen, ist dabei jedoch definitiv die falsche Herangehensweise. Ein Gymnasium besuchen in der Regel Schüler*innen im Alter von 10 bis 18 Jahren. In diesem Alter ist durchaus davon auszugehen, dass die Jugendlichen sich den Voraussetzungen für gesunde Ernährung bewusst sind. Wenn sie sich dennoch für den Verzehr von Fertigprodukten entscheiden, dann geschieht dies auf eigene Verantwortung. Ich halte eine Bevormundung durch die Schule bzw. durch die OGS daher für nicht sinnvoll. Es ist wichtig, dass die Schüler*innen selbst entscheiden können, was sie essen, denn auch das gehört zum Erwachsenwerden dazu. Generell finde ich es falsch, Menschen vorzuschreiben, was sie essen sollten. Das ist in meinen Augen Privatsache und geschieht auf Eigenverantwortung desjenigen hin. Jeder muss selbst entscheiden, was für ihn das Richtige ist. Sich nach einer reflektierten Auseinandersetzung für ein bestimmtes Essen zu entscheiden, ist eine Form von Selbstständigkeit. Wer ab und zu gerne eine „5-Minuten-Terrine“ isst, schadet sich damit grundsätzlich nicht. Ich trauen den Schüler*innen unsere Schule durchaus zu, selbst entscheiden zu können, was sie wann essen möchten und sollten.

Abgesehen davon, wird in der Schulcafeteria auch nicht ausschließlich gesundes Essen verkauft und serviert und das ist auch gut so. Ab einem gewissen Alter sollte jeder selbst entscheiden, was er isst. Verbote schaffen nämlich letzten Endes nur noch größere Anreize und später im Supermarkt steht dann niemand mehr daneben, der darauf hinweist, dass „5-Minuten-Terrinen“ nicht mit der Vorstellung von gesundem Essen vereinbar sein. Viel wichtiger wäre eine umfassende Aufklärung im Biologie Unterricht, wie sie heute aber auch schon größtenteils stattfindet. Man könnte dabei aber zum Beispiel noch größere Schwerpunkte auf eigene Essgewohnheiten setzten, um den Schülern die Entscheidung, was sie essen, selbst zu überlassen. Man sollte die eigenen Vorstellungen von einer gesunden Lebensweise nur nicht anderen aufzwingen, denn meiner Meinung nach spricht hin und wieder nichts gegen den Verzehr von Fertigprodukten. Aber das sollte jeder für sich selbst entscheiden oder herausfinden dürfen.

Ich würdige die großartige Arbeit, die die OGS jeden Tag für unsere Schule leistet. In diesem Punkt finde ich es allerdings wichtig, Kritik da zu äußern, wo sie angebracht ist und hoffe, dass die OGS ihre Entscheidung noch einmal überdenken wird. Denn auch wenn ich persönlich keine „5-Minuten-Terrinen“ zu mir nehme, sollte man prinzipiell den Schüler*innen die Möglichkeit nicht nehmen. Außerdem ließe sich mit etwas heißem Wasser im Winter auch ein gesunder Tee kochen.

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