Der Herr der Verschwörung: Die Rückkehr des Thomas

Der Herr der Verschwörung: Die Rückkehr des Thomas
Wie entsteht eine Verschwörungstheorie?
Disclaimer: Alle Handlungen, Figuren und Orte in der Geschichte sind frei erfunden und haben nichts mit der Realität zu tun. Verschwörungstheorien können auf unterschiedliche Arten und Weisen entstehen.
Geschrieben von: Leni Göttsche, Indra Petrina und Laura Krohmann ——————————————————————————————————
Es war ein Morgen nach jeglicher Definition eines Morgens. Oder war es keiner? Diese Frage würde Thomas sich später noch stellen. Heute würde er seine alte Freundesgruppe treffen. Er freute sich, sie nach so einer langen Zeit wiederzusehen. Aber zuerst musste er seinen Arbeitstag hinter sich bringen. Er leerte seine Kaffeetasse und verabschiedete sich von seiner Lieblingspflanze, bevor er sein Apartment verließ.
Er war ein geschäftiger Geschäftsmann, der jeden Tag viele Geschäfte abschloss. Er war so geschäftig, dass er sogar Gutachten für die Regierung durchführen sollte. Thomas war die Definition eines wahren Mannes, ein richtiges Arbeitstier, berühmt und berüchtigt unter seinen Kollegen und Vorgesetzten. Warum er selbst nicht Geschäftsführer war? Er war bescheiden trotz all seiner Fähigkeiten. Er wollte mit seiner Präsenz niemanden einschüchtern, denn Thomas war anders: Er liebte den Umgang mit anderen Menschen. Dass er in den nächsten Tagen selbst eingeschüchtert werden würde, wusste er zu diesem Zeitpunkt noch nicht.
Nach einem erfolgreichen Tag mit vielen Geschäften verließ er am Abend sein Büro, um seine Freunde in ihrem Stammlokal zu treffen. Schon als er dort ankam konnte er ihre Stimmen von draußen vernehmen. Überraschend für ihn war auch, dass einer seiner Freunde ein Whiteboard dabei hatte. Wollten sie sich nicht einfach als Freunde auf einen Drink treffen?


Was war das? Was hatte das zu bedeuten? Seine Freunde schienen ihn nicht einmal zu bemerken, so vertieft waren sie in ihr Gespräch.

Thomas: „Meine lieben Freunde! Wir haben uns so lange nicht mehr gesehen. Was macht ihr da?“ 

Freund A: „Hm? Ah, Mensch Thomas, schön, dass du jetzt auch den Weg zu uns gefunden hast. Gesell dich doch in unsere Gruppe!“

Thomas: „Ja gern, aber was genau macht ihr da?“

Freund B: „Achso das? Ja eh, das ist eh…“

Freund E: „Das mein lieber Freund ist der Grund, weshalb wir uns heute hier versammelt haben. Dies ist der Weg in ein besseres Leben. Du wirst sicherlich schon bemerkt haben, dass nicht alles auf der Welt Sinn ergibt, nicht wahr?“ 

Thomas: „Ja, ich denke schon.“

Freund C: „Und hast du auch eine Idee, warum das so ist?“ 

Thomas: „Nein, ich habe nie so richtig darüber nachgedacht. Ich schätze, manche Dinge sind einfach, wie sie sind. “ 

Freund F: „Siehst du. Genau das ist das Problem. Menschen bemerken, dass etwas nicht stimmt, aber tun nichts dagegen, denn die Dinge sind einfach wie sie sind.“ 

Freund G: „Die Leute sagen, die Dingen seien nun mal wie sie sind, aber niemand fragt sich, wieso sie so sind.“ 

Thomas: „Okay? Worauf wollt ihr hinaus?“ 

Freund A: „Armer, unschuldiger Thomas. Hast schon soviel im Leben erreicht und hast doch nichts in der Birne. Ich dachte, du würdest es schneller verstehen. Sieh her: Diese Grafik fasst perfekt zusammen, was wir nun schon seit einigen Monaten vermuten. Auf unserer Welt wandeln blutrünstige Monster, die sich hinter großen Positionen der Regierung und der Welt verstecken, um das Blut armer Kinder auszusaugen.“ 

Thomas: „Moment mal, ihr glaubt, dass Angela Merkel, Jesus und…ICH Blut von Kindern aussaugen?!“ 

Freund C: „Nein Thomas, nicht du. Der Thomas von nebenan.“ 

Thomas: „Aber das macht doch gar keinen Sinn. Warum sollten sie das tun? Jesus ist tot, Thomas ist – na ja – komisch und seine Pizza ist auch nicht die beste, aber eigentlich auch nett. Und Merkel? Was hätte sie davon?“ 

Freund D: „Jesus saugt das Blut indirekt, denn seine Anhänger lassen das Blut auf sein Grab tropfen, damit er bald wieder auferstehen und die Welt beherrschen kann. Thomas hält insgeheim Kinder in seinem Keller gefangen, damit er ihr Blut trinken darf, um ewig jung zu bleiben. Und Merkel – sie gehört zur Regierung. Was denkst du, wofür sie das Blut braucht? Macht! Es geht immer um Macht und Geld. Und das Blut kauft sie bei Thomas. Ganz logisch.“ 

Thomas: „Okay und was für Beweise habt ihr dafür?“

Freund B: „Wir haben es dir doch gerade ganz schlüssig erklärt. Du musst endlich aufwachen und die Wahrheit erkennen!“

Thomas: „Vielleicht solltet ihr einfach weniger trinken und mehr Geschäfte abschließen, wie richtige Männer. Ich gehe jetzt, diese Unseriösität lasse ich mir nicht bieten.“

Somit verließ Thomas seine ehemaligen Freunde und ging nach Hause zu seiner Lieblingspflanze. Doch etwas war geschehen. Als er sein Schlafzimmer betrat, um sich mit seiner Pflanze, Corinna, schlafen zu legen, brach sein Herz. Corinna lag auf dem kalten Boden und ihr Topf, ihr Heim, war zerstört.


Thomas: „Corinna!“ 

Sofort eilte er zu ihr und nahm sie auf den Arm. Wer würde einer so bezaubernden Pflanze etwas so grausames antun? Thomas versuchte, alle Möglichkeiten, die es für diesen Unfall geben könnte, in Betracht zu ziehen. War ein Fenster offen gewesen? Ja. Dann war es so geschehen. Oder doch nicht? Es war den ganzen Tag über recht windstill. 

Die Katze war’s. Stopp, er hatte keine Katze. Wie war es dann geschehen? Ein Einbruch? Aber seine Luxusuhren waren noch alle da. Und ein Einbruch nur um seine Pflanze vom Nachttisch zu schubsen? Er hielt dies für unwahrscheinlich. Schließlich beschloss er, sich nicht weiter Gedanken darüber zu machen.

Am nächsten Tag hatte er den großen Schock des vorherigen Abends verarbeitet und machte sich auf den Weg zu seiner geschäftigen Arbeit, um Geschäfte zu machen. Heute ging es darum, das Gutachten für die Regierung zu beenden. Er schloss die Akte und wollte gerade sein Büro verlassen, um sie seinem Vorgesetzten zu überreichen, als ihm eine Idee kam. Wenn er schon Zugriff auf die Datenbank der Regierung hatte, sollte er diese Möglichkeit dann nicht auch auskosten? Aber wie? Aha! Die Blutsaugerin Merkel. Wenn der Kinderblut Konsum tatsächlich ein so großes Problem sein sollte, wie seine Freunde es geschildert hatten, sollte er dem Ganzen dann nicht nachgehen? Still und heimlich öffnete er die Datenbank erneut. Auf den ersten Blick war nichts Ungewöhnliches zu sehen. Aber das war ja auch logisch. Die Regierung würde solche Informationen nicht so offensichtlich platzieren. Er musste tiefer in die Materie eintauchen. Er suchte. Und suchte. Und suchte. Und fand. Ein Ordner – unscheinbar – mit einer verschlüsselten Datei: Thomas_Pizzeriabestellformular.indd 


Das musste es sein! Hatten seine Freunde die Wahrheit gesagt? War die Regierung der Mörder von Corinna gewesen? Wenn sie Blut saugten, dann würden sie doch sicherlich auch eine harmlose Topfpflanze umbringen. Es war eine Drohung. Die Regierung hatte bestimmt mitbekommen, dass seine Freunde von ihrem Plan erfahren hatten und wollten ihn nun daran hindern, es ebenfalls zu glauben. Diese Meuchelmörder! 

Wenn die Regierung solche Tücken in die Welt setzt, was war dann noch wahr? War sein Leben eine Lüge? Fluchtartig sprang er auf, packte die Akte und rannte nach Hause. Dort schloss er die Tür ab – baute noch sechs weitere Schlösser hinzu – verbarrikadierte seine Fenster und lief ins Schlafzimmer zu seiner Corinna. 

Thomas wusste nicht mehr ein und aus. Was sollte er tun? Google! Google hatte immer Antworten und wurde GANZ SICHER NICHT von der Regierung überwacht. Also gut: 


Aluhüte. Das ist die Lösung. Schnell lief er in die Küche – darauf bedacht, nicht gesehen zu werden – und ergriff die Alufolie. 

„So Corinna, jetzt wird alles gut. Dir kann jetzt nichts mehr passieren.“, sagte er, während er sie in Alufolie einwickelte. 

Danach schütze er sich selbst mit einem schönen Hut aus Alufolie und setzte sich eine Sonnenbrille auf, denn von heute an würde er keine Geschäfte mehr abschließen. Aber er blieb geschäftig darin, die Regierung auszuschalten. 

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