Inas Geheimnis – Kapitel 1

Diese Geschichte ist von Hannes, im Schuljahr 17/18 hat er mit dieser Geschichte beim Schreibwettbewerb den 1. Platz in der Unterstufe belegt.

Zack, zack, zack…so schnell ging es, als die Umzugshelfer die Kartons, Möbel und Taschen ausluden und schnell wieder verschwanden. Nun saßen wir hier, mitten in der Wildnis Nordschwedens, und unsere einzige Verbindung zur Zivilisation war ein alter, klappriger Jeep.

Der erste Tag hier ohne Fernseher, Computer und Handyempfang war grauenhaft. Wir hatten zwar, wie meine Eltern meinten, einen schönen Wald und einen großen See, aber das interessierte mich alles nicht. Noch nicht.

Auch das schöne Landhaus war meines Erachtens nur eine alte Bruchbude. Ich tröstete mich mit dem Versprechen meiner Mutter, dass wir alle paar Monate in unsere alte Heimat Stockholm fahren würden, wo ich dann meine Freundinnen wiedersehen würde.

In der ersten Nacht tat ich kein Auge zu. Alles fühlte sich fremd an: der Geruch des Hauses, die Geräusche drinnen und draußen. Gab es hier wilde Tiere? Langsam fiel ich in einen unruhigen Schlaf und träumte von Bären, Wölfen und Adlern.

Am nächsten Morgen war ich müde, mürrisch und absolut nicht begeistert von dem ekelhaften Hirsemüsli, das es hier statt frischer Croissants mit Schokocreme gab. Der Alltag bestand aus trübe in die Gegend starren, Holz hacken, lustlos um das schöne Landhaus schlurfen und den verwilderten Garten zu pflegen.

So ging es einige Tage, bis zu der Nacht, in der sich alles veränderte!

Wie jede Nacht lag ich lange wach, doch dieses Mal war es anders. Es war nicht mein eigener Wille. Irgendetwas zwang mich, wach zu bleiben.

Plötzlich ging alles ganz schnell: Das Fenster flog auf, ein kalter Windhauch drang in mein Zimmer und meine Fingerspitzen begannen zu kribbeln. Dann sah ich einen Schatten, schwärzer als die Nacht. Er glitt an meinem Fenster vorbei und verschwand in der Dunkelheit.

Wie von einer unsichtbaren Hand gelenkt, sprang ich aus dem Bett, kletterte aus dem Fenster und folgte der Gestalt in Richtung See. Am Ufer angekommen, verharrte der Schatten kurz, tat dann einige Schritte in das glänzende Nass und verschwand. Vor Schreck stolperte ich, konnte nicht mehr bremsen und taumelte ebenfalls in das eiskalte Wasser. Dann passierte etwas Seltsames. Um mich herum bildete sich ein Strudel, der an mir zerrte und ich begann mich zu drehen…schnell und immer schneller…und unendlich lange. Als es endlich aufhörte, war ich am Ende meiner Kräfte. Ich war immer noch am See, doch es war heller Tag!

Überrascht und schockiert fiel ich in Ohnmacht.

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